Wir müssen was tun, dass die Tränen weniger werden

Wir müssen was tun, dass die Tränen weniger werden

„Mag sein“, sprach Schwester Francesca Trautner am Sonntag in St. Verena beim Gottesdienst mit den Pfarrern Josef Scherer und Manfred Fliege. „Mag sein, dass Menschen niederschmetternde Diagnosen erhalten. Dass sie um einen Menschen trauern oder Kranke erleben. Sie erzählte von ihrer Mitschwester, die eine Kranke pflegte: „Die Kranke nahm ihre Hand, küsste sie und schloss die Augen, mit einem Lächeln. Für immer!“

 „Ist das was zum Lachen?“, fragte sie und wusste: „Vieles auf der Welt ist nicht zum Lachen, wie Krieg, Terror, Unterdrückung, Hunger oder menschenfeindliche Ideologien. Das treibt Sorgenfalten in die Gesichter. Da hilft kein Budenzauber zur Weihnachtszeit“. „Dennoch dürfen Christen sich freuen“, versprach sie, weil sicher sei, dass Jesus kommt. „Er wird Euch retten und Lahme springen und Blinde sehen“. Sie nahm sich Paulus Verheißungen als Beispiel und malte Hoffnungsbilder. „Wir müssen aber heute schon was tun, damit die Tränen der Menschen auf dieser Welt weniger werden“, rief sie allen zu, „löst den guten Geist der Treue aus, der Liebe und des Friedens. Lasst nicht zu, dass die Hoffnung stirbt. Schon kleine Hoffnungsschimmer helfen den Trostlosen. Schon kleine Lichter machen im Dunkeln hell“. „Zuletzt hat sich die Kranke gefreut“, schloss sie den Kreis und rief an diesem dritten Adventssonntag alle auf: „Gaudete – Freuet Euch“.

Rektor a.D. Alfred Speckle warf nach dem Gottesdienst den Blick auf Kehlens Kirche, im Rahmen der Wanderausstellung „Zwölf“ vom Landesdenkmalamt. Er erinnerte ans „Vreneli“, die Heilige Verena, die mit dem Heer der Römer aus Theben in die Schweiz kam. „Dort lebte sie als Ausländerin, in einer völlig neuen Kultur, wie unsere Migranten heute und diente den Menschen“. So wurden Kamm und Krug ihr Markenzeichen. Er schaute auf die 12 Kreuze, die unscheinbar in der Kirche verteilt sind. Auf die rauen Betonwänden, die die Maserung der Schalung tragen. „Knallhart“ sah er die Wände: „Im offenen Raum, der keine Säulen braucht, keine Stützen. Im geschützten Raum, der mit seinen Zinnen an eine Burg erinnert“. Mit einem gemütlichen Frühstück beim Kirchenchor im Gemeindehaus schloss der Adventssonntag. „Gaudete – Es war ein schöner Tag“. (wie)

Herzlich Dankeschön          sagen wir für die schönen Christbäume an die  Spender Alfred Schwarz und Thomas Assfalg und dem Team um Willi Rudhart fürs Stellen.