Er beugt sich keinem Machthaber und liebt Gott aus ganzem Herzen

Pater Richard Zehrer feiert seinen 90. Geburtstag in St. Verena Kehlen

Wenn „Onkel Franz“ Geburtstag feiert, dann sind alle dabei: Die Verwandten sowieso, der Provenzial der Salvatorianer Pater Hubert Veeser, die Pfarrer Josef Scherer und Manfred Fliege, die Musikkapelle Kehlen, der Kirchenchor, Pia Litz-Kehr an der Orgel und Diplom-Theologin Barbara Janz-Spaeth. Sie hat dem Pater und Onkel eine Predigt zum Geschenk gemacht, die für alle Segen war und Mahnung zugleich, im Gottesdienst den allein sich der Pater zum Geburtstag wünschte.

Sie knüpfte ans Lukas Evangelium an, das Großnichte Leonie Zehrer zuvor verlas. Diese sprach vom reichen Kornbauern, der all seine Schätze hortete und guten Mutes war. Den Gott aber einen Narren nannte und ihm sagte: „Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast?“. „Ja aber …“ gab Barbara Janz-Spaeth da zu bedenken: „Kann man leben, ohne Vorräte? Von der Hand in den Mund?“. Schließlich könne, wer mit Besitz und Reichtum verantwortlich umgehe, Menschen in Not helfen. Und Menschen, die in Not sind, könnten mit Vorräten doch viel besser leben. „Was also hat der Bauer falsch gemacht?“. Er wollte seine scheinbare Sicherheit selbst in der Hand halten. Doch dies liege allein in Gottes Hand. „Ja aber…“ sagt sie da schon wieder, „dann sag doch, wie es gehen kann“. Doch das habe nicht einmal Jesus getan als er gefragt wurde. Damit bleibe dieses Evangelium die stete Anfrage: „Wie durchbrechen wir vorgegebene und aufgezwängte Muster? Was setzen wir der Habgier und „Geiz ist geil“ entgegen?“. Die Antwort darauf kann Pater Zehrer‘s Lebensweise sein, der empfehle, so zu entscheiden und zu handeln, „dass ihr in Zukunft miteinander leben könnt, ohne den Blick senken zu müssen“. Mit dieser Haltung erleben wir ihn alle, beschrieb sie bewundernd, „einer Haltung, in der sich klare Positionen mit Entscheidungskraft und Großzügigkeit mit Barmherzigkeit gefunden haben zu einer tragfähigen Sichtweise auf das Leben“. „Glaube ist keine Privatsache“, habe er ihnen gezeigt. Das sei deutlich geworden, wenn er in anderen Ländern unterwegs war, ohne sich politischen und kirchlichen Machthabern zu beugen.

„Auch den Namen seiner Heimatgemeinde, hat er positiv weit über die Grenzen hinausgetragen, bis nach Rom, als stellvertretender Generalsuperior der Salvatorianer im Schatten des Papstes“, sprach der stellvertretende Bürgermeister Karl Gälle und dankte dem Pater und Träger der Ehrennadel der Gemeinde: „Sie geben der Kirche ein sympathisches Gesicht. Es braucht Menschen wie Sie, dass ein gutes Miteinander zwischen Kirche und Kommune entstehen kann, intakt bleibt und gelingt“. „Einen Menschen, der immer ein Lächeln auf den Lippen trägt, mit einem offenen Herzen und großer Weite im Denken. Auch Pfarrer Scherer dankte dem Jubilar und freute sich, dass er ihn von Gottes Liebe umfangen weiß. Und Pater Hubert Veeser gab zum Schluss den wohl verdienten Ruhestand von Pater Richard bekannt. Er freute sich mit ihm über diesen schönen Geburtstagsgottesdienst in seiner Heimatgemeinde, „den es eigentlich nur für Jesus und Johannes gebe“, und lobte das Feiern hier auf dem Land: „Des hot halt no en Schlanz!“.

Viele Hände schüttelte Pater Richard und zum Orgelklang gabs ein Geburtstagsständchen von der ganzen Gemeinde. Viele Glückwünsche nahm er mit, zum festlichen Essen mit der Familie, die mit vier Generationen vertreten war und gerne mit ihm feierte. (Wiechert)