Pfarrer Hans A. Hänßler ist verstorben

In seinem Heimatort Dellmensingen wird der Pfarrer i.R. zu Grabe getragen

Kehlen (wie) Für alle überraschend ist am 23. Juli in Wangen i. Allgäu Pfarrer Hans A. Hänßler verstorben. 1973 wurde er zum Priester geweiht, ging seinen Weg von Unterboihingen und Tettnang nach Kehlen und Brochenzell und 2004 als Pfarrvikar nach Dietenheim-Illerrieden.

Hans Anton Hänßler wurde am 29. Juli 1943 als zweiter von drei Söhnen in Dellmensingen geboren. Zunächst arbeitete er nach der Volksschule auf dem Hof der Eltern, „eine Knochenarbeit, die ihm aber viel Spaß bereitet hat“, wie er beim 60. Geburtstag in Kehlen zurückschaute. 1962 ging er ans Ambrosianum nach Bad Cannstatt, wo er bereits vier Jahre später das Abitur in Altsprachen im Bischöflichen Spätberufenen-Seminar machte. Es folgten Wilhelmsstift, Studium in München und Tübingen. 1971 legte er sein Staatsexamen ab und begann 1972 als Diakon in Wasseralfingen. Am 08. April 1973 wurde Pfarrer Hänßler in der St. Martinsbasilika in Ulm-Wiblingen von Bischof Carl Joseph Leiprecht zum Priester geweiht. In Unterboihingen, das damals noch eine selbständige Gemeinde bei Wendlingen war, wirkte er als Vikar ab 1973. 1974 wechselte er nach Tettnang, wo er als letzter Kaplan von St. Anna fast fünf Jahre eingesetzt war. Im Februar 1979 übernahm Pfarrer Hänßler die Leitung der Kirchengemeinden St. Verena Kehlen und St. Jakobus Major Brochenzell. Zusätzlich war er von 1980 bis 1995 Kamerer im Dekanat Friedrichshafen. Mit dem Stellenwechsel von Pfarrer Härtel nach Kißlegg wurde Pfarrer Hänßler ab September 2003 bis zu seiner Verabschiedung im Juli 2004 zugleich Administrator der Kirchengemeinde St. Maria Meckenbeuren.

Eine lange Zeit also, in der der spätberufene Pfarrer Geschichte schrieb in seinen Kirchengemeinden und in den Herzen seiner Gemeindemitglieder. Seine umgängliche, schlagfertige Art wussten die Leute sehr zu schätzen und ganz besonders, seine kurzen und gehaltvollen Predigten. Er fand immer den richtigen Dialog zu den örtlichen Vereinen und war allzeit sehr stolz auf ihre Fahnenabordnungen und die Teilnahme bei den kirchlichen Festen. In der Fasnet stieg er in Kehlens Bütt und war stets ein gern gesehener Gast bei allen Festen der Gemeinden. Seine große Leidenschaft aber war die Natur, die Pflege des Pfarrgartens sowie die Schönheit der Bergwelt, wo er sich zum Wandern und Erholen zurückziehen konnte. Dort hielt er auch viele Jahre als Mitglied der Alpenvereinssektion Friedrichshafen Bergmessen.   

Verwaltungsaufgaben dagegen waren eine notwendige Pflicht für den Pfarrer, die er ganz besonders in seinen letzten Jahren hier zu spüren bekam, weil „die Individual-Seelsorge darunter zu leiden hatte oder auch die eigene Seele“. „Davon abgesehen“, so schaute er beim 60er zurück, gab es für ihn „keinen schöneren Beruf als Pfarrer zu sein, der mit allen Arten von Menschen zu tun hat, von der Geburt über die Hochzeit bis zum Tod mit all den vielfältigen Lebenssituationen“. Gabriele Zehrer fasste sein Wirken beim 40. Priesterjubiläum in Illerrieden so zusammen: „Er hat nicht nur unsichtbare Spuren in den Herzen der Schäfchen hinterlassen, sondern auch viele sichtbare Spuren, wie die Sanierung des Pfarrhauses, des Kirchendaches, den Neubau des Kindergartens und des Gemeindehauses“. „Vergelt’s Gott und Gott befohlen“, sagte sie ihm Dank mit seinen eigenen Worten aus der Verabschiedung in Kehlen. Auch in Brochenzell hinterließ er mit dem Bau der neuen Orgel ein sichtbares Andenken.   

Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2013 war er Pfarrvikar mit dem Titel Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Dietenheim-Illerrieden. Sein pastoraler Schwerpunkt lag in Illerrieden. Aber bald schon wurde er auch in Dietenheim, Regglisweiler, Illerrieden und Dorndorf als „unser Pfarrer“ bezeichnet. Der Ruhestand führte ihn nach Wangen i. Allgäu. Und immer wieder war er dann als gern gesehener Gast in Kehlen zu sehen, beim Besuch seines guten Freundes Franz Müller, bei so manchem Gemeindefest oder verschiedensten Jubiläen. (SZ TT vom 03.08.2020)

Info:     Am 4. August ist Totenrosenkranz um 18.30 Uhr und das Requiem am 5. August um 14 Uhr in Dellmensingen, mit anschließender Beerdigung im engsten Kreise (Anmeldung zu Requiem und Beerdigung im Pfarrbüro in Dietenheim, Tel. 07347 7430). In St. Verena in Kehlen findet für die Seelsorgeeinheit Meckenbeuren ein Trauer- und Dankgottesdienst am Mittwoch, 5. August um 19 Uhr statt.