Fenster auf und Türen auf der Heiland kommt

Kehlens Kirchengemeinderäte treiben es bunt auf der Kirchenfasnet und alle machen mit

Kehlen (wie) Zu Kaffeekränzle und Verenaball haben die Kirchengemeinderäte von St. Verena Kehlen am Samstag ins Gemeindehaus eingeladen und einmal mehr die Fasnet hochleben lassen. So wie es schon früher war, mit Schunkeln, Singen und Tanzen, einer saftigen Bütt und tollen Akteuren, die für beste Stimmung gesorgt haben, bei den Gästen.

„Und das waren die Besten“, freute sich da die stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Gabriele Zehrer und große Macherin bei der Kirchenfasnet in Kehlen. „Gleich nach der Begrüßung sind sie mit uns durchgestartet von Null auf Hundert. Es wurde geschunkelt und gelacht, dass sich die Akteure allesamt freuten, für sie da zu sein“. Das war schon mittags so beim Kaffeekränzle, wo Rudi Bucher an der Quetschkommod für beste Fasnetslaune sorgte, genauso wie „Mei Freindin und i“, Gabriele Zehrer und Andrea Walzer, die sich auf Singlewallfahrt nach Rom begaben. „Das wird wohl notwendig sei“, frohlockten da die Moderatorinnen Birgit Eberhard und Susanne Stocker von Kehlens Kirchenbühne. Und denkt man jetzt zurück, wär das im Nachhinein noch sehr viel dringender.

„Fenster auf und Türen auf, der Heiland kommt“, sangen die Beiden schon beim Einmarsch, vergaben Abwrackprämien für untreue Ehemänner, schlüpften in Latexanzüge vom Kirchenschiff, tätowierten sich „Martha aus Kalkutta“ (Mutter Teresa) und den Papst auf den Oberarm und  ließen Google blass aussehen, mit der Straßenkarte von Rom unterm Pilgerrock. „Das war einfach wieder eine Schau“, urteilten da schon die Gäste und wussten noch nicht, dass auch Frau Hawlitscheck und Posposchil (Thea Schappert und Hildegard Welte) die Bütt einnehmen werden, die vom Cafe Kontainerblick beim Stefansbeck berichteten,  statt zum Sprachkurs bei Frau Prospero lieber in den Kirchengemeinderat gingen und Stefan Müller beobachten, der beim Swingerclub aus religiösen Gründen lieber hinterm Haus parkt.

Von diesem kam auch Herbert Gessler mit Geburtstagskind Willi Neher, der den Gästen scharfe Berliner servierte, Mehlstaub auf sie niederprasseln ließ und herrlich musikalische Schmankerl. Auch Professor und Lacheologe Samuel Hoffmann und seine Frau „Kuchikäschtle“ passten bestens ins Fasnetsprogramm in St. Verena, der zur Freude aller und seiner Theaterkollegen aus Kehlen, ganz spezielle Fälle des Lachens erforschte „ohne Akustik und mit Wahnsinnserweiterung“. Natürlich war auch musikalisch fürs Allerbeste gesorgt, mit den Romanas, mit der Musikkapelle aus Kehlen und Frontmann Markus Maier, die den Gästen keine Ruhepausen gönnten. Und beim gefiederten Tanz vom Kirchengemeinderat, da bebte Kehlens Gemeindehaus noch einmal unter dem Applaus der Gäste. Ein voller Erfolg also war‘s und jetzt kann die Kirchengemeinde, wie von Frau Hawliteschek bemängelt, „endlich Pfarrer Scherer‘s ausgefranstes Gwand erneuern!“.

(erschienen SZ-Tettnang 05.02.2018)