Verenakirche wird feiert 2018 den 50. Weihetag

Kirchengemeinde St. Verena Kehlen lädt am Sonntag zum Verenafest ein und feiert ihre Kirche

Kehlen (wie) Zum 50. Mal jährt sich der Weihetag der Kirche St. Verena. Sie ist die dritte Kirche in Kehlen und der Heiligen Verena gewidmet. Sie verkörpert den Wagemut und die Aufgeschlossenheit derer, die den Mut zur Entscheidung hatten. So hat es Bischof Dr. Carl Josef Leiprecht am 19. Oktober 1968 bei der Weihe formuliert. Beim Verenafest am Sonntag feiert die Kirchengemeinde ihre Kirche und ihre Namenspatronin.

„Vier Jahre hatten wir miteinander Zeit, diesen Tag der Kirchweihe vorzubereiten“, schrieb 1968, vor 50 Jahren, Pfarrer Joachim Guntram in der Festschrift zur Weihe der Pfarrkirche St. Verena und sprach allen seinen herzlichen Dank aus. Auch den vielen „stillen Baumeistern der Kirche, die zu Baumeistern an einer lebendigen Pfarrgemeinde geworden sind“. 100 Jahre stand die alte Barockkirche dort, die in die Jahre gekommen war. Ortskirchensteuervertretung und Kirchenstiftungsrat hatten 1965 den Abbruch der alten Kirche beschlossen und den Neubau am heutigen Platz. Am 14. April 1967 fiel das Wahrzeichen Kehlens um 13.07 Uhr in sich zusammen. 14,4 Kilogramm Salpetersprengstoff im Turmsockel sorgten dafür, dass das 36 Meter hohe Backsteinbauwerk in einer einzigen Staubwolke zusammenfiel.

„Ich erinnere mich noch ganz genau daran“, sagt Brigitte Götz, die nur wenige Tage zuvor hier Erstkommunion feierte und vom Fenster der Volksschule aus das Ende der Kirche miterlebte. „Das war schon ein sehr komisches Gefühl“. An diesen Turm, „das alte Glockenhaus“, erinnert sich auch Pia Langegger noch gerne: „Hier haben wir Jungen uns getroffen. Wir Reutener kamen von der einen und die Gerbertshauser von der anderen Seite her“. Heute steht am selben Platz die neue St. Verena Kirche, mit seiner markanten Kirchenform, die an eine romanische Trutzburg erinnert oder das „Bollwerk gegen das Chaos“, wie es 1968 in der Schwäbischen Zeitung zu lesen war. Und weiter: Der Bau, der in seiner ungewöhnlichen architektonischen Konzeption in den ländlichen Gemeinden Oberschwabens seinesgleichen suchte“.

„Ganz viele Menschen haben daran mitgearbeitet“, erinnert sich Bruno Fuchsloch an die Bauarbeiten, der selbst mit Hand anlegte, beim Abbau des Holzgehäuses der Orgel in der alten Kirche und beim Aufbau in der neuen Kirche. Er erinnert sich auch an die vielen Sitzungen beim „Leser“ und daran, dass Bürgermeister Karl Brugger die Kirche lieber beim heutigen Dorfgemeinschaftshaus gesehen hätte. Am 19. Oktober 1968 weihte Bischof Dr. Carl Leiprecht die Kirche und mauerte die Reliquien in die Altarplatte ein. Er salbte die Kirche an den Stellen der 12 Apostelkreuze und heiligte den Altar durch das fünffach flammende Rauchopfer.

Zehn Jahre danach feierte die Kirchengemeinde ihre neue Kirche eine ganze Woche lange und in der Festschrift stand von Pfarrer Guntram und Hans Eberle, dem damals 2. Vorsitzenden des Kirchengemeinderats geschrieben: „Zehn Jahre danach freuen wir uns immer noch darüber, dass wir es überhaupt gewagt haben, das wir es so gewagt haben“. Nach nur 35 Jahren wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt, als qualitätsvolles Zeugnis skulpturaler Ausdrucksformen und als charakteristisches und gleichzeitig herausragendes Beispiel für einen weit verbreiteten Typus des Kirchenbaus in den 1960er Jahren.

Info: Los geht’s am Sonntag um 9.30 Uhr mit dem Festgottesdienst. Die Festpredigt hält Pater Richard Zehrer. Der Projektchor singt unter der Leitung von Herbert Weiss. Zum Mittagessen im Gemeindehaus spielt die Musikkapelle Kehlen auf. Rektor a. D. Alfred Speckle führt um 12.30 Uhr durch Kehlens Kirche. Fürs leibliche Wohl sorgt der Kirchengemeinderat. Wer einen Kuchen spenden will melde sich bitte unter Tel. 07542-3562.

(erschienen Schwäbische Zeitung Tettnang 30.08.2018)