Jesus zieht den Karren aus dem Dreck

An Weihnachten in St. Verena fällt der Blick auf den wahren Glauben

Mit der Krippenfeier der Kinder, der Christmette in der Heiligen Nacht und einem herrlichen Konzert vom Kirchenchor hat St. Verena Weihnachten gefeiert und mit einem kritischen Blick auf den Glauben. „So viele sind heute gekommen zu Deinem Geburtstag“, sprach da Pfarrer Josef Scherer zu Jesus, „fast so viele wie die letzten Tage im REWE“.

„Wie schön dass Du geboren bist“, zitierte der Pfarrer weiter das schöne Lied und war sich nicht sicher, wie viele auch so denken. Wie wichtig dieses Ereignis noch in den Herzen der Menschen ist? Seit Wochen dröhne Merry Christmas und Stille Nacht aus allen Lautsprechern und die Menschen seien froh, „dass es nun endlich so weit sei und alles bald vorüber?“. Maria und Josef würden im Karton bestellt und drauf stehe Amazon. „Was haben sie aus Dir gemacht?“, fragte er und malte für sich und die ganze Gemeinde ein schönes Bild davon, wie die Menschen dennoch in den nächsten Tage vor der Krippe stehen: „Die Kinder, die spüren, dass da einer in die Welt gekommen ist. Die Jugendlichen, die das Leben noch vor sich haben, die anpacken, Tolles leisten und sich fragen, was wichtig für sie ist im Leben. Die Alten die Gott dafür danken, dass er für sie da war und so mancher, mit Tränen in den Augen, weil’s grad nicht so läuft“.

Den Blick auf die Krippe warf auch Diakon Martin Bernhard, der mit Pfarrer Manfred Fliege am ersten Weihnachtsfeiertag den Gottesdienst feierte. Ochs und Esel nahm er sich vor, die so wenig beachtet am Rande stehen, aber oftmals schwere Lasten tragen und den Karren aus dem Dreck ziehen. „Sie taugen uns meist nur als Schimpfwörter und sind doch Träger unserer Lasten. „Der Mensch will selber Gott sein“, warf er den Blick auf all jene, „die ihr eigener Herr sein wollen, ihr eigener Gesetzgeber“. Doch oftmals entpuppe sich das selbstgebaute Paradies als eine Hölle von Trieben, Süchten, Krieg und Elend. „Ochs und Esel weisen uns hin auf die Rettung unseres Lebens“, machte Bernhard weiter deutlich, „auf den letzten sicheren Platz den die Menschheit zu bieten habe. Auf all die Esel und Ochsen dieser Welt, die immer wieder den Karren aufs dem Dreck ziehen, in den Familien Betrieben und Vereinen“.

„Tragt in die Welt nun ein Licht“, war da wohl die wichtigste Botschaft und für alle Gläubigen Aufgabe und Trost zugleich. Der Dank von Pfarrer Josef Scherer galt allen Beteiligten, die das Krippenspiel aufführten und es einstudiert hatten. Den Jugendkapellen am Nachmittag und in der Heiligen Nacht. Dem Kirchenchor für die wunderschöne „Pastoralmesse in C“  und allen, die oftmals im Hintergrund unbeachtet ihren Dienst so treu leisten. (wie)